HNO Waldkirch
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Radiofrequenz OP

Die Möglichkeiten der Radiofrequenz (RF) - Chirurgischen Therapie

Diese neue Therapieform besteht in der kontrollierten, selbstlimitierenden Hitzeschädigung von Gewebe, in deren Folge es zu einer "Heilentzündung" kommt, die zur Versteifung und Schrumpfung/Verkleinerung dieses Gewebes führt. Hierzu wird eine Elektrode unter die bedeckende Schleimhaut eingeführt und damit erreicht, daß nur im Gewebe, aber nicht oberflächlich, eine Schädigung plaziert werden kann. Durch den Erhalt der Schleimhaut wird erreicht, daß die Schmerzhaftigkeit wesentlich geringer ist als bei schneidenden Verfahren (Skalpell, Laser, elektrisches Messer) und die Abheilung "in der Tiefe" erfolgen kann - nahezu unmerklich. Aufgrund des genau einstellbaren Schädigungsgrades kann der gewünschte Effekt präzis dosiert und auf die individuellen Notwendigkeiten abgestellt werden.

Die Verkleinerung der Nasenmuscheln, die Versteifung des weichen Gaumens (Somnoplastie) und die Verkleinerung der Mandeln bei Erwachsenen können ohne Krankschreibung durchgeführt werden; desweiteren muß bei der Muschelverkleinerung keine Nasentamponade für 24 h eingelegt werden, denn der Eingriff ist nahezu "blutungsfrei"; eine Vollnarkose ist nicht notwendig, auch keine stationäre Überwachung (außer bei der Verkleinerung des Zungengrundes).

Die RF-Chirurgie wird bei uns für folgende Eingriffe angewandt:

Die Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln:

Dieser Eingriff wird ambulant in der Praxis durchgeführt und bedingt keine Krankschreibung. Die Nasenhaupthöhle wird abgeschwollen, dann die unteren Nasenmuscheln betäubt und "aufgespritzt". Die RF-Elektrode wird am Kopf der Muschel eingestochen, im Schwellkörper nach hinten geführt und beim Zurückziehen wird der Schwellkörper dosiert "geschädigt". Für etwa zwei Tage stellt sich ein "Schnupfengefühl" ein, dann kommt es während der nächsten acht Wochen zu der gewünschten, allmählichen Verkleinerung. Zu diesem Zeitpunkt wird die Nachuntersuchung stattfinden. Sollten Sie mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden sein, wird nochmals therapiert (in der Regel nicht notwendig). Sollte sich die Nasenatmung nach 3-5 Jahren wieder verschlechtern, kann auch nach dieser Zeit erneut behandelt werden. Zur Schleimhautpflege wird weiche Nasensalbe rezeptiert, in den ersten Tagen können abschwellende Nasentropfen angewandt werden. Dieses schrittweise Vorgehen gewährleistet, daß einerseits die Schrumpfung genau ausreichend wird, andererseits die Funktion der unteren Muschel erhalten werden kann - ein sehr wichtiger Aspekt.

Schema der Elektrodenführung

Untere Muschel vor und nach der Therapie

Versteifung des weichen Gaumens (Somnoplastie):

Dieser Eingriff wird ambulant in der Praxis durchgeführt und bedingt keine Krankschreibung.

Der weiche Gaumen wird betäubt, dann die RF-Elektrode mehrfach und fächerförmig eingestochen. Unter der bedeckenden Schleimhaut wird die Dosis-genaue Hitzeschädigung appliziert. In den nächsten zwei bis vier Tagen kommt es zu einer Schwellung und zu geringen, mit allen gängigen Schmerzmitteln beherrschbaren Schmerzen. In den nächsten acht Wochen setzt die narbige Schrumpfung ein, die auch zu einer Versteifung des weichen Gaumens führt. Zumeist sind zwei bis drei Anwendungen notwendig, um die Schnarchlautstärke ausreichend zu verringern. Bei richtiger Indikation liegen die Erfolgsquoten anfangs bei 75 %, langfristig bei 65%.

Celon ProSleep

Einstiche am weichen Gaumen (Somnoplastie)

Kombination:

Die Kombination von Versteifung des weichen Gaumens und Verkleinerung der Zungenbasis kann in einem Eingriff vorgenommen werden. Bei Schnarchen und bei allenfalls geringgradiger obstruktiver Schlafapnoe. Das Schnarchgeräusch entsteht hier durch Vibrationen des weichen Gaumens und durch Nach-Hinten-Fallen der Zunge im Schlaf. Beides kann durch die entsprechenden RadioFrequenz-Anwendungen deutlich vermindert werden.

Verkleinerung der Tonsillen bei Erwachsenen:

Dieser Eingriff wird ambulant in der Praxis durchgeführt und bedingt keine Krankschreibung.

Ausnahme: Wenn die Tonsillen sich in der Mitte berühren und bei Anschwellung eine Verlegung des Rachens zu befürchten ist, wird eine stationäre Überwachung notwendig sein.

Die Tonsillen werden betäubt, dann die Elektrode nach Schema eingeführt und die Hitzeschädigung appliziert.

In den nächsten Tagen kommt es zu einem Anschwellen der Mandeln, dann setzt die gewünschte Narbenschrumpfung ein.

Schema der Elektrodenführung

Schrumpfung der Mandeln

RadioFrequenz-Skalpell

Zusätzlich steht ein Radiofrequenz-Skalpell zur Verfügung mit dem nahezu "verletzungsfrei" Gewebe durchtrennt werden kann (als Alternative zur Durch- trennung mittels Skalpell, Laser, elektrischem Messer). Es findet seine Anwendung, wenn der hintere Rachenraum vergrößert werden soll (Uvuloplastie). Dies kann notwendig sein bei langem weichen Gaumen und großem, durch Schnarchen geschollenen Zäpfchen. Dann ist die Versteifung des weichen Gaumen nicht ausreichend Auch zur Verkleinerung der Tonsillen beim Kind wird dieses Skalpell benutzt (ambulanter Eingriff in Vollnarkose).

Zusammenfassend

Die moderne Technologie dieses minimal-invasiven Verfahrens ist eine Alternative zur herkömmlichen Operation und zu Laser-Anwendungen. Bei gleichen Erfolgs- raten ist es überlegen durch geringe postoperative Schmerzen, schnellen Heilverlauf, Schonung der bedeckenden Schleimhaut, (nicht bei der schneidenden Uvuloplastik), unkomplizierte, ambulante Durchführbarkeit und sehr geringen Nebenwirkungswahrscheinlichkeiten (Ausnahme: die Zungengrundverkleinerung erfordert eine stat. Nacht). Zudem kann die Behandlung wiederholt werden, falls sich nach Jahren die Beschwerden erneut einstellen sollten. Bei der Muschel- verkleinerung entfällt die Tamponierung der Nasenhaupthöhle.

Allerdings ist die verwendete Apparatur teuer und die Elektroden sind Einmal- Artikel. Sie können zwar für den gleichen Patienten im Wiederholungsfalle wieder verwendet werden, nicht jedoch bei einem anderen. Dies bedeutet zum einen, daß der jeweilige Patient "seine" Elektroden käuflich erwerben muß - zum anderen, daß die Radiofrequenz-Chirurgie keine Leistung der Gesetzlichen Kassen ist.

Die Privaten Versicherer erstatten in aller Regel die Kosten, jedoch ist auch hier eine vorherige Abklärung in jedem Falle ratsam.