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Endlich eine freie Nase

Jeder von uns kennt es, eine verstopfte Nase. Sie kann den Alltag beträchtlich einschränken. Eine freie Nasenatmung ist von essentieller Bedeutung für ein aktives Leben.

Hinzu kommen Faktoren wie Allergien und in der Winterzeit häufige Wechsel in warm/kalt-Zonen der Raumtemperaturen. Gerade trockene Luft macht der Nase extrem zu schaffen.

Eine behinderte Nasenatmung ist ein Symptom, welches durch ein bemerkenswertes Spektrum unterschiedlicher Ursachen ausgelöst wird. Die Frage „Warum kann ich nicht richtig durch die Nase atmen?“ beantworten wir Ihnen als HNO-Ärzte gerne unter Berücksichtigung der spezifischen Ursachen und der individuellen Voraussetzungen.

 

Ursachen einer schlechten Nasenatmung

Medizinisch werden die Ursachen in vier Kategorien eingeteit. Diese umfassen Infektionen, strukturelle Gründe, Allergien und die Vasomotorik. Dabei überschneiden sich diese Ursachen teilweise, so dass im speziellen Fall häufig mehr als ein Faktor an den Beschwerden ursächlich beteiligt ist.

 

  • Infektionen

    Ein durchschnittlicher Erwachsener erkrankt jährlich an ca. zwei bis drei Infekten der oberen Atemwege. Häufiger sind solche Infekte bei Kindern. Mit zunehmendem Alter werden Infektionen seltener. Dies liegt daran, dass das Immunsystem „trainiert“ wird und zunehmend lernt, Infekte abzuwehren. Der normale Schnupfen ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren verursacht. Einige dieser Viren werden als Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen, die meisten jedoch über einen Hand-zu-Nase Kontakt. Wenn sich ein Virus in der Nase festgesetzt hat, verursacht es eine Ausschüttung von Histamin, das die Durchblutung in der Nase dramatisch verstärkt. Hierdurch kommt es zu einer Schwellung und Verdickung der Nasenschleimhaut. Es wird zusätzliche Flüssigkeit aus den Gefäßen abgegeben. Eine exzessive Schleimproduktion beginnt. Antihistaminika und abschwellende Substanzen helfen dann zwar die Symptome zu lindern, jedoch wird das Virus letztlich vom Körper selbst eliminiert.

    Während eines Virusinfektes ist die Abwehr der Nase gegenüber bakteriellen Infekten deutlich reduziert. Dies erklärt, warum bakterielle Infektionen der Nase und der Nasennebenhöhlen häufig in der Folge eines viralen Infektes der Nase auftreten. Verändert sich die Farbe des gebildeten Schleims von klar zu gelb oder grünlich, so bedeutet dies gewöhnlich, dass eine bakterielle Infektion vorliegt (bakterielle Superinfektion). In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

    Akute Infektionen der Nasennebenhöhlen führen zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut und der Bildung zähen Sekrets. Es treten Schmerzen bzw. Empfindlichkeit der Wangen, der Zähne des Oberkiefers, im Bereich um die Augen und der Stirn auf, je nach betroffenen Nebenhöhlen.

    Chronische Infektionen der Nasennebenhöhlen können Schmerzen verursachen oder auch nicht. Eine behinderte Nasenatmung und unangenehmer Schleimfluss aus der Nase oder nach hinten in den Rachen sind häufige Begleitsymptome. Manche Menschen entwickeln aufgrund der Nasennebenhöhleninfekte Polypen (fleischige Veränderungen der Schleimhaut). Die Infekte können in die Lungen absteigen und chronischen Husten, Bronchitis und Asthma verursachen.

    Akute Infektionen der Nasennebenhöhlen reagieren gewöhnlich auf eine Behandlung mit Antibiotika; bei den chronischen Nasennebenhöhlenerkrankungen bedarf es oft chirurgischer Maßnahmen.

  • Strukturelle Gründe

    In diese Gruppe der Erkrankungen gehören Formveränderungen der Nase und der Nasenscheidewand. Diese besteht aus dünnem, flachen Knorpel und Knochen. Sie teilt die Nasenhöhle in ihre beiden Hälften. Formveränderungen stehen oft im Zusammenhang mit früheren Verletzungen.

    Die Verletzung kann schon viele Jahre zurückliegen und bereits in der Kindheit erfolgt sein, so dass das Unfallereignis oft nicht mehr erinnerlich ist.

    Etwa 5% der Neugeborenen erleiden eine signifikante Verletzung der Nase alleine durch den Geburtsprozess.

    Es ist ebenso nahezu unmöglich, durch das Leben zu kommen, ohne mindestens einmal einen Schlag auf die Nase erhalten zu haben. Deshalb sind Formveränderungen der Nase und eine Nasenscheidewandverbiegung relativ häufige Probleme. Wenn diese zu einer behinderten Nasenatmung führen, können sie durch chirurgische Maßnahmen beseitigt werden.

    Warum atmen wir eigentlich durch die Nase, wenn wir das doch über eine Mundatmung genauso könnten? Dies liegt im Wesentlichen daran, dass in der Nase die Luft erwärmt, befeuchtet und Staubpartikel bereits filtriert werden. Die Lungen werden hierdurch entlastet.

    Einer der häufigsten Gründe für eine behinderte Nasenatmung bei Kindern ist ein vergrößertes Adenoid (im Volksmund „Polypen“). Dabei handelt es sich um mandelähnliches Gewebe, das die Nase von hinten „verstopft“. Dieses Gewebe liegt hinter dem Gaumensegel, man kann es beim Blick in den Mund nicht sehen. Kinder mit diesem Problem atmen nachts hörbar und schnarchen häufig. Sie fallen durch ihre chronische „Mundatmung“ auf und entwickeln über einen längeren Zeitraum ohne Behandlung häufig Verformungen des Kiefers, weil bei offenem Mund der sanfte Zungendruck fehlt, der für das regelrechte Wachstum des Kiefers wichtig ist. Die chirurgische Entfernung der „Polypen“ und manchmal auch der Tonsillen („Mandeln“) ist dann ratsam.

    Andere Gründe in dieser Kategorie sind Tumoren der Nasenhöhlen und Fremdkörper. Kinder stecken gerne die unterschiedlichsten Dinge in ihre Nase, wie z. B. Erbsen, Bohnen, Kirschkerne, Knöpfe, Perlen, Sicherheitsnadeln und Spielzeugteile. Besonders übelriechender Ausfluss aus nur einer Seite der Nase kann durch Fremdkörper bedingt sein. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

  • Allergien

    Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie oder allergischer Schnupfen sind häufige Krankheitsbilder. Allergie ist eine übermäßige Entzündungsreaktion auf einen spezifischen Auslöser. Im Falle einer verstopften Nase sind dies gewöhnlich Pollen, Pilze, Tierschuppen oder Hausstaubpartikel. Nahrungsmittel kommen ebenfalls ursächlich in Frage. Pollen und Stäube können Probleme im Frühling (z.B. Birke, Erle, Hasel), im Sommer (z.B. Gräser, Getreide) oder im Herbst und Winter (z.B. Hausstaubmilbenallergie, Schimmelpilzallergie) auslösen. Pilze können über das ganze Jahr hinweg Symptome auslösen. Idealerweise besteht die beste Behandlung in der Vermeidung der auslösenden Substanzen, leider ist das jedoch in den meisten Fällen nicht praktikabel.

    Beim Allergiker kommt es nach der Ausschüttung von Histamin und ähnlichen gefäßerweiternden Substanzen zur Schwellung der Nasenschleimhaut und einer Überproduktion von wässrigem Nasenschleim. Medikamente mit einer das Histamin blockierenden Wirkung (Antihistaminika) helfen die Symptome Niesen, verstopfte und laufende Nase zu beseitigen. Es sind mittlerweile zahlreiche, frei verkäufliche Antihistaminika verfügbar, die keine Müdigkeit hervorrufen.

    Abschwellende Medikamente (z.B. Nasensprays) schrumpfen die geschwollene Nasenschleimhaut, so dass wieder mehr Luft die Nase durchströmen kann. Darüber hinaus sind auch Mischungen von Antihistaminika und abschwellenden Medikamenten verfügbar. Alle Präparate haben mögliche Nebenwirkungen, so dass die Packungs- und Dosierungsbeilagen immer gut beachtet werden sollten. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie an hohem Blutdruck, Glaukom („Grünem Star“), Herzrhythmusstörungen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen leiden oder wenn Sie schwanger sind.

    Die spezifische Immuntherapie („Hyposensibilisierung“) ist die erfolgreichste verfügbare Behandlung für allergische Patienten. Hauttests oder Bluttests können zur Auswahl der Allergenmischungen für eine Behandlung genutzt werden. Der Allergologe bestimmt die passende Konzentration für den Beginn der Behandlung. Die Behandlung kann über Injektionen oder über die Einnahme von Tropfen oder Tabletten erfolgen. Hierdurch werden im Blut des Patienten sog. „blockierende“ Antikörper gebildet, die eine allergische Reaktion verhindern können. Eine spezifische Immuntherapie wird üblicherweise über einen Zeitraum von 2-3 Jahren durchgeführt. Patienten, die an einer Allergie leiden, haben ein erhöhtes Risiko, Entzündungen der Nasennebenhöhlen zu entwickeln.

    Achtung

    Patienten, die nach der Einnahme von Antihistaminika schläfrig werden, sollten kein Kraftfahrzeug fahren oder mit gefährlichem Instrumentarium (Maschinen) umgehen. Die abschwellenden Medikamente stimulieren das Herz, sie steigern den Puls und Blutdruck. Patienten mit hohem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Glaukom oder Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung sollten die Einnahme vermeiden oder ihren Arzt fragen. Patientinnen sollten ihre Gynäkologen fragen, bevor sie abschwellende Medikamente benutzen. Cortisonähnliche Substanzen sind hochwirksam. Diese werden häufig als Nasenspray gegen allergischen Schnupfen appliziert, weniger häufig als Tabletten oder Injektionen.

  • Vasomotorische Rhinitis

    Schnupfen bedeutet Entzündung der Nasenschleimhaut. Vasomotorisch heißt „die Bewegung der Gefäße betreffend“.

    Die Schleimhaut der Nase wird reichlich mit Blutgefäßen versorgt, die eine große Kapazität zur Schwellung und Verengung besitzen. Normalerweise befinden sich diese Gefäße in einer Mittelstellung, halb offen und halb geschlossen. Bei körperlicher Aktivität werden Hormone, z.B. Adrenalin ausgeschüttet. Adrenalin bewirkt ein Zusammenziehen (Kontraktion) der Nasenschleimhaut, so dass der Betroffene wieder besser durch die Nase atmen kann.

    Das Gegenteil findet bei einer allergischen Reaktion oder einem Schnupfen statt. Die Blutgefäße schwellen an, die Schleimhaut dehnt sich aus und die Nase wird durch die „Überfülle“ an Blut „verstopft“ und „dicht“. Außer Allergien und Infektionen können auch andere Ursachen zu einer Erweiterung nasaler Gefäße führen und einen Schnupfen bewirken. Die Ursachen umfassen: psychischen Stress, eine veränderte Schilddrüsenfunktion, Schwangerschaft, bestimmte Blutdruckmittel, Abhängigkeit von abschwellenden Nasensprays und Reizstoffe, wie z.B. Parfums oder Zigarettenrauch.

    Im frühen Stadium der erwähnten Erkrankungen ist die Behinderung der Nasenatmung vorübergehend und reversibel, d.h. die Situation verbessert sich, wenn die primäre Ursache beseitigt ist. Wenn die auslösenden Bedingungen über einen langen Zeitraum bestehen bleiben, verlieren die Gefäße ihre Kraft zu schrumpfen. Sie erweitern sich stattdessen und werden gewissermaßen zu „Blutvorratssäcken“ („Krampfadern der Nase“). Sie füllen sich besonders dann, wenn sich der Patient hinlegt. Die unten liegende Seite ist dabei am häufigsten betroffen. Die Verstopfung beeinträchtigt in vielen Fällen den Schlaf. Deshalb ist es für Patienten mit behinderter Nasenatmung meist hilfreich, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, indem sie das Kopfteil des Bettes etwas höher stellen. Ein chirurgischer Eingriff kann die Nasenatmung und die Lebensqualität oft deutlich verbessern.

 

Häufig gestellte Fragen

 

  • Welche Art von Diagnostik wird in der HNO-Praxis durchgeführt?

    1. Die Untersuchung des Naseninneren mit Endoskopen zur Beurteilung der Schleimhaut, der Nasenscheidewand und der Ausführungswege der Nasennebenhöhlen. Ultraschalluntersuchungen werden zur Beurteilung der Nasennebenhöhlen durchgeführt.

    2. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Allergie wird zunächst ein Hauttest mit den vermuteten Allergiestoffen durchgeführt (Tropfen auf den Unterarm).

    3. Ein Abstrich mit nachfolgender mikrobiologischer Aufarbeitung kann bei Verdacht auf eine bakterielle Ursache notwendig sein.

    4. Eine CT-Untersuchung der Nasennebenhöhlen wird bei Verdacht auf eine chronische Entzündung der Nebenhöhlen veranlasst bei einem Radiologen. Die CT-Bilder werden danach bei einem erneuten Termin gemeinsam besprochen.

  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einer Nasenatmungsbehinderung?

    Konservative Therapie:
    Nasenpflegemaßnahmen mit Nasensalbe und Salwasserspülungen sind bei trockener, gereizter Schleimhaut sinnvoll. Cortisonhaltige Nasensprays kommen bei Allergien und chronischen Entzündungen und Reizzuständen zum Einsatz. Eine Therapie in Tablettenform kann bei Allergien, bei eitrigen Entzündungen sowie bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen notwendig sein. Dies wird nach einer eingehenden Untersuchung mit dem Patienten besprochen und die Therapie individuell festgelegt.

    Operative Therapie:
    Der Umfang einer operativen Maßnahme ist immer vom Untersuchungsbefund abhängig. Zum Teil müssen mehrere operative Maßnahmen kombiniert werden. Als Nachbehandlung ist eine Nasenpflege mit Nasensalbe oder- öl, Nasenspülungen und abschwellenden Nasenspray notwendig.

    Nasenmuschelverkleinerung:
    Eine Nasenmuschelverkleinerung bewirkt, dass die Schwellkörper in der Nase sich nicht mehr so stark mit Blut füllen, damit die Luft leichter durch die Nase strömen kann. Dieser Eingriff wird je nach Ausmaß in Teil- oder Vollnarkose durchgeführt. Die Heilungsdauer beträgt ca. eine Woche.

    Nasenscheidewandbegradigung:
    Eine Nasenscheidewandbegradigung wird in Vollnarkose durchgeführt (je nach Vorerkrankungen stationär oder ambulant). Es wird durch die Nasenlöcher operiert, so dass keine Narbe sichtbar ist. Dabei werden verbogenen Knorpel- und Knochenanteile entfernt, damit durch beide Nasenhöhlen gleich viel Luft strömen kann bei der Atmung. Die Wundheilung beträgt hier ca. 2 Wochen.

    Nasennebenhöhlenoperation:
    Eine Nasennebenhöhlen-Operationen wird bei entsprechenden Untersuchungsbefunden in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Ausmaß der Erkrankung und der vorhandenen Vorerkrankungen kann dieser Eingriff auch ambulant durchgeführt werden. Es wird mit feinen Instrumenten endoskopisch durch die Nasenlöcher operiert. Dabei werden die natürlichen Abflusswege der Nebenhöhlen erweitert und erkrankte Schleimhaut schonend aus den Nebenhöhlen entfernt. Die Wundheilungsdauer beträgt hier 2-4 Wochen (je nach Ausmaß der Erkrankung und Operation).

 

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